(Leoben, 22. April 2026)
Kürzung trifft Gemeinden kurzfristig und rückwirkend
Das Land Steiermark hat die Förderung für Ganztagsschulen (GTS) deutlich reduziert – und das rückwirkend für das laufende Schuljahr 2025/2026. Konkret wurde die Förderung halbiert, wodurch Gemeinden kurzfristig mit erheblichen Mehrkosten konfrontiert sind. Die ganztägige Schulform ist jedoch eine gesetzliche Leistung, die von den Gemeinden als Schulerhalter sichergestellt werden muss. Betreuung und Angebot bleiben daher unverändert aufrecht, unabhängig von der Höhe der Landesmittel.
Für die Stadt Leoben bedeutet diese Entscheidung konkrete finanzielle Auswirkungen: Für das Jahr 2026 fallen insgesamt Kosten von rund 720.000 Euro für die Ganztagsschulen an. Die Förderung des Landes reduziert sich gleichzeitig von bisher 140.000 Euro auf 70.000 Euro. Damit entsteht für die Stadt ein zusätzlicher Aufwand von 70.000 Euro, der kurzfristig abgefedert werden muss.
Auch im größeren Kontext wird die Dimension deutlich: In Graz sind rund 5.830 Kinder in 310 Gruppen betroffen. In Leoben selbst nehmen aktuell 267 Kinder in 18 Gruppen an der Ganztagsschule teil, die an vier Standorten – drei Volksschulen und einer Mittelschule – angeboten wird.

Stadt sichert Betreuung und stabile Beiträge
Die Stadt Leoben reagiert auf diese Entwicklung klar und übernimmt die einen größeren Kostenanteil, um Familien nicht zusätzlich zu belasten. Für Eltern bleibt damit alles beim Bewährten: Der Betreuungsbeitrag, der seit zehn Jahren unverändert bei maximal 90 Euro pro Monat liegt, wird nicht erhöht. Auch die einkommensabhängige Staffelung bleibt weiterhin bestehen.

Bürgermeister Kurt Wallner hält dazu fest: „Das ist bei der angespannten finanziellen Lage der Gemeinden für alle Gemeinden ein großes Problem. Die Stadt Leoben lässt die Eltern jedoch nicht im Stich und wird vorerst die Landeskürzung finanzieren, damit der Betreuungsbeitrag, der seit zehn Jahren unverändert bei maximal 90 Euro pro Monat liegt, nicht erhöht werden muss.“

 

 

Die Finanzierung der Ganztagsschulen in Leoben zeigt dabei deutlich, wie stark die Stadt bereits heute Verantwortung übernimmt: 54 Prozent der Kosten trägt die Stadtgemeinde, 27 Prozent werden durch Elternbeiträge gedeckt und nur 19 Prozent kamen (bisher) vom Land.

Für die Stadt ist klar:

Die Ganztagsschule bleibt ein verlässliches Angebot für Familien.
Die kurzfristige Übernahme der Mehrkosten sorgt dafür, dass Betreuung, Qualität und Leistbarkeit gesichert bleiben.