Sozial und modern — Wohnen in LE

Gemein­nützige Genossen­schaften schaffen neuen Wohn­raum und haben soziale Mietpreise im Auge.

Übergabe der neuen Wohnungen am ehema­ligen Messe­ge­lände in Leoben-Lerchenfeld. Die Gemein­nützige Siedlungs­ge­nos­sen­schaft für Leoben und Umgebung hat hier günstige Wohnungen gebaut.

In der Stadt Leoben wird sozialer Wohnbau nach wie vor groß geschrieben:
Erst Anfang September wurden 34 neue Wohnungen der gemein­nüt­zigen Siedlungs­ge­nos­sen­schaft für Leoben und Umgebung (Obmann Max Jäger) am ehema­ligen Messe­ge­lände übergeben. Weitere sind in Bau bzw. Planung. Auch am Gelände der ehema­ligen Oberland­halle und in Leoben-Göß bauen Genos­sen­schaffen soziale und günstige Wohnungen.

Die Stadt­ge­meinde Leoben verfügt als eine der wenigen Gemeinden in Öster­reich über ca. 2.500 eigene Gemein­de­woh­nungen, was überdurch­schnittlich viel ist. Kosten­günstige, sozial verträg­liche Mieten und Betei­li­gungs­mo­delle für die Mieter, wie zum Beispiel der Mieter­beirat, schaffen eine gute nachbar­schaft­liche Atmosphäre.

In Leoben-Judendorf wurde im Frühjahr das erste von zehn renovierten Hochhäusern aus den 1970-er Jahren übergeben, ein weiteres wird noch heuer fertig. Im Innen­be­reich werden in allen Gemein­de­ob­jekten laufend Wohnungen saniert, seit kurzem können die Mieter unter verschie­denen Gestal­tungs­va­ri­anten für ihre zukünftige Wohnung wählen.
Schon zum zweiten Mal in Folge wurden im letzten Jahr die Mieten für die Gemein­de­woh­nungen nicht erhöht, obwohl dies turnus­mäßig vorge­sehen gewesen wäre. Wohnbau ist in Leoben kein Selbst­zweck, sondern eine soziale Aufgabe von Gemeinde und Genos­sen­schaften.

„In Zeiten der stetig steigenden Lebens­hal­tungs­kosten, vor allem im Mietbe­reich, können wir als Stadt­ge­meinde Leoben bewusst darauf hinwirken, dass die Ausgaben für das Wohnen verträglich bleiben. Wohnen ist Menschen­recht!“, ist Bürger­meister Wallner überzeugt.

Die Preise der Leobener Gemeind­woh­nungen wurden zweimal nicht erhöht — bei vielen privaten Anbietern ist das anders.

Wohnen muss leistbar bleiben

Bei manchen Wohnungen (vor allem in großen Städten) betragen die Wohnkosten schon mehr als die Hälfte des Einkommens der Bewoh­ne­rInnen. Dies stellt für die Miete­rInnen und Familien eine enorm große Belastung dar. Dabei geht es nicht um Personen, die in deutlich größeren Wohnungen leben, als gewöhnlich, sondern tatsächlich um jene, die mit 50–60 Quadrat­meter auskommen (bzw. je nach Anzahl der Personen propor­tional mehr).

In einer neuen Resolution an die Bundes­re­gierung fordert die Stadt Leoben daher, dass alle Wohnkosten, die über der Hälfte des persön­lichen Einkommens liegen, steuerlich abgesetzt werden kann. Das würde bedeutet, dass diese Wohnkosten sind vermin­dernd auf die jährliche Lohnsteuer auswirken würden, was wiederum zu einer deutlichen Verbes­serung der Einkom­mens­si­tuation der Miete­rInnen bzw. Familen führen würde.

Auf Vorschlag von Bürger­meister Kurt Wallner hat der Gemein­derat in seiner letzten Sitzung diese Resolution beschlossen.