Kommunales Energie­manage­ment auf dem Prüfstand

Das Referat Umwelt- und Tiefbau evaluiert den Projekt­fort­schritt in regel­mä­ßigen Abständen bzw. passt die Zielvor­gaben den geänderten Anfor­de­rungen an.

Stadt Leoben evaluiert Maßnahmen zu Klima­schutz und Energie­ef­fi­zienz

(Leoben, 01.02.2021)

Im kommu­nalen Energie- und Klima­schutz­konzept (KEKK) der Stadt Leoben werden seit 1998 Leitlinien zur Errei­chung von Klima­bünd­nis­zielen festgelegt. Das Referat Umwelt- und Tiefbau evaluiert den Projekt­fort­schritt in regel­mä­ßigen Abständen bzw. passt die Zielvor­gaben den geänderten Anfor­de­rungen an.

Bürger­meister Kurt Wallner ist sich der verant­wor­tungs­vollen Rolle der Stadt­ver­waltung in punkto Umwelt- und Klima­schutz bewusst: „Klima­schutz­ak­ti­vi­täten auf regio­naler Ebene sind ein elemen­tarer Baustein zur Errei­chung der Klima­ziele. Die Stadt Leoben setzt sich seit vielen Jahren konse­quent für kommu­nalen Klima­schutz und nachhal­tiges Energie­ma­nagement ein und unter­stützt zahlreiche Projekte zur Verbes­serung der Energie­ef­fi­zienz sowie Nutzung erneu­er­barer Energien. Damit schaffen wir eine Win-Win Situation für alle Betei­ligten, da wir einer­seits Bewusst­seins­bildung bei der Bevöl­kerung betreiben und gleich­zeitig die Lebens­qua­lität in unserer Stadt verbessern.“

Im Zeitraum 2017 bis 2020 wurden folgende Maßnahmen erfolg­reich umgesetzt bzw. mit der Umsetzung begonnen:
Durch Umstellung auf moderne LED-Beleuchtung in den Straßen­zügen Zelten­schlag­straße, Josef-Heißl Straße und Schlad­nitz­straße konnten 62.158 kWh einge­spart werden. Ende des Vorjahres erfolgte die Umrüstung auf LED-Beleuchtung in der Knappen­gasse und der Vordern­berger Straße. In den vergan­genen drei Jahren wurden seitens der Gemeinde knapp 26.000,- Euro an Förde­rungen für Photo­voltaik- und thermische Solar­an­lagen ausbe­zahlt. Daraus ergibt sich eine Ersparnis von 70.272 kg CO2. Biomasse-Heizungs­an­lagen wurden mit rund 6.000,- Euro gefördert, was sich in der Energie-Bilanz mit einer Einsparung von 89.721 kg CO2 nieder­schlägt. Die Wärme­dämm­stan­dards bei den Gemein­de­wohn­bauten Pebal­straße 31 und 33 sowie Salzlände 23 konnten durch eine umfas­sende thermische Sanierung wesentlich verbessert werden. 2.044 t CO2 konnten durch die Verwendung von Faulgas, das im Zuge der Abwas­ser­rei­nigung gewonnen wird, einge­spart werden. Der mit Abstand größte Teil an CO2 ‑Ersparnis nämlich 74.000 t konnte durch den Ausbau des Fernwär­me­netzes generiert werden. Um die Energie­aut­arkie von öffent­lichen Gebäuden bzw. Betriebs­stätten der Stadt voran­zu­treiben, wurde die Photo­vol­ta­ik­anlage am ASZ ausgebaut und um einen Energie­speicher erweitert.

Ein wesent­licher Baustein zur Einsparung von Treib­haus­gas­emis­sionen ist die Minderung des motori­sierten Indivi­du­al­ver­kehrs durch den Umstieg auf das Fahrrad bzw. alter­native Verkehrs­mittel. Mithilfe von Förde­rungen des Landes Steiermark konnten mit der Geh- und Radweg­rampe Zelten­schlag­straße, dem Geh- und Radweg Hinterberg sowie der Proleber Brücke drei Teilstrecken des städti­schen Radver­kehrs­kon­zeptes reali­siert und somit die Attrak­ti­vität des Radstre­cken­netzes gesteigert werden. Die Dienst­fahr­zeuge und die städtische Busflotte werden schritt­weise auf emissi­onsarme bzw. –freie Antriebs­tech­no­logien umgestellt. In den vergan­genen Jahren wurden bereits mehrere Elektro-Dienst­fahr­räder, ein E‑Lastenfahrrad, ein E‑Hybrid-Fahrzeug sowie ein reines E‑Fahrzeug angekauft. Seit Sommer 2020 ist außerdem ein reiner Elektrobus als Rufbus im Einsatz.

Im Bereich Öffent­lich­keits­arbeit wurden zahlreiche Veran­stal­tungen wie der jährliche „Große steirische Frühjahrsputz“, die „Earth Hour“ oder die Veran­stal­tungs­reihe „Ökokids“ umgesetzt, um die Bevöl­kerung für die Thematik zu sensi­bi­li­sieren. Darüber hinaus gab es Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tungen für energie­ef­fi­ziente Heizsysteme, thermische Sanie­rungen und Photo­voltaik. Mit Straßen­be­ma­lungs­ak­tionen zur Verkehrs­be­ru­higung, Wildblu­men­beeten in den Leobener Grünan­lagen, Hochbeeten bei Senio­ren­wohn­häusern und Schulen, begrünten Bushal­te­stellen sowie einem eigenen Nasch­garten am Murkai wurden die Weichen gestellt, um zusätzlich zu einem vernünf­tigen Energie­ma­nagement für ein „gutes“ Klima in Leoben zu sorgen.